Die Entscheidung, die Aluminiumleitungen austauschen zu lassen, ist keine ästhetische Frage, sondern eine der Physik. Aluminium neigt unter Druck zum Fließen und bildet an den Kontaktstellen eine Oxidschicht, die den Widerstand erhöht. In Kombination mit alten Schraubklemmen entstehen oft lose Kontakte, die sich unbemerkt erhitzen. Wenn moderne Stromlasten auf diese brüchigen Aluminiumleiter treffen, steigt das Kurzschlussrisiko massiv an. Die Isolierung ist nach 40 oder 60 Jahren oft so porös, dass eine Leitungsüberhitzung bei gleichzeitiger Nutzung von Wasserkocher und Waschmaschine fast vorprogrammiert ist. Wer hier versucht, die Elektrik im Altbau erneuern zu wollen, indem er nur die Steckdosenblenden tauscht, handelt grob fahrlässig.